18.12.2020
Bericht aus dem Gemeinderat

Gestern fand die letzte Gemeinderatssitzung in diesem Jahr statt.

Den Beginn machte (wieder mal) ein Überraschungsgast. Aufgrund der extra deshalb anwesenden Zuhörern darf man darauf schließen, dass dessen Erscheinen wohl mehreren Personen bereits vorab bekannt gewesen war. Leider hat hier (wieder mal) die Kommunikation und Information den Gemeinderatsmitgliedern gegenüber völlig versagt. Weder in der Ladung noch in den E-Mail-Postfächern waren irgendwelche Informationen darüber zu finden, um was es dabei gehen sollte.

Zumindest ging es nicht darum, eine Entscheidung treffen zu müssen, ansonsten hätte ich nämlich jetzt mal ein Veto einlegen müssen. Wenn nämlich Informationen über einen Vortrag im Gemeinderat an externe Personen weitergegeben werden, die Gemeinderatsmitglieder hiervon aber als letzte, nämlich erst unmittelbar in der Sitzung davon erfahren, dann geht das natürlich schon mal gar nicht. Denn etwas möchte man sich als Gemeinderat dann nämlich schon über das betreffende Thema informieren wollen.

Zum Glück aber funktioniert wenigstens der Buschfunk, so dass ich bereits einige Tage vorher über das Thema informiert worden bin. Leider aber halt nicht vom Sitzungsleiter, wie es denn eigentlich sein sollte!

Es ging jedenfalls um die geplante Einführung der sogenannten „Kitafino-App“. Dabei handelt es sich um eine App, über die Eltern das Mittagessen für Ihre Kinder, die unsere Kindertagesstätte besuchen, bei einem Dienstleister bestellen und bezahlen können bzw. müssen. Dieser Dienstleister rechnet dann direkt mit dem Essenslieferanten ab.

Für die Kindergartenleitung ist eine solche externe Dienstleistung natürlich eine Entlastung, da für sie die Verwaltungsaufgaben in Bezug auf Bestellungsaufnahme, eventuelle Änderungen in Form von Stornierungen sowie die abschließende Abrechnung mit den Eltern wegfallen würden. Insofern bliebe für das KiTa-Personal mehr Zeit für die Kinderbetreuung übrig. Soweit so gut.

Die gesamten Tätigkeiten in Bezug auf Bestellung, Änderungseingabe und Bezahlung werden dann jedoch 1:1 auf die Eltern übertragen. Der Dienstleister leistet natürlich auch nicht umsonst, sodass künftig für jede Essensbestellung 0,20 € fällig werden würden. Zudem setzt die Bedienung der App - wie bei allen anderen Apps auch - natürlich eine gewisse Affinität voraus. Und schließlich wären noch mögliche technische Ausfälle zu bedenken, die letzten Endes dazu führen könnten, dass das betreffende Kind kein Essen bekommen würde.

Die App wurde schließlich von einem Mitarbeiter des Dienstleisters (freilich erwartungsgemäß) äußerst positiv präsentiert.

Ich habe dazu meinen Wunsch mitgeteilt, dass die Einführung der App bitte nur unter Mitwirkung des Elternbeirates - und möglichst nur aufgrund einer großen Zustimmung von den Eltern erfolgen sollte. Die Mitwirkung des Elternbeirates wurde anschließend von der anwesenden KiTa-Leitung zugesagt.

Bei den Bauanträgen wurde das gemeindliche Einvernehmen für den Erweiterungsbau am Feuerwehrhaus in Schornweisach für die Feuerwehr und für die Schützen, für eine forstwirtschaftliche Maschinen- und Lagerhalle und ein Hackschnitzellager (ebenfalls in Schornweisach), sowie für ein Einfamilienhaus im Baugebiet Am Gänsweiher in Uehlfeld erteilt.

Gegen den Bebauungsplan der Stadt Höchstadt „Wohnanlage Kieferndorfer Weg“ gab es ebenfalls keine Einwände.

Schließlich ging es um den Bauwunsch einer jungen Familie aus Voggendorf. Für die Realisierung des Vorhabens ist es erforderlich, eine Einbeziehungssatzung zu erlassen. Dabei handelt es sich um eine „abgespeckte Variante“ eines Bebauungsplans. Der Beschluss über die Aufstellung der Satzung erfolgte mit einer Gegenstimme. Der Beschluss über die zugehörige Billigung und Auslegung des vorgestellten Entwurfs erfolgte dann interessanterweise jedoch einstimmig.

Auch mein ständiges „Generve“ nach mehr öffentlicher Information zu den Sitzungen und den darin gefassten Beschlüssen scheint erfreulicherweise langsam Früchte zu tragen. Es wird sich hierzu demnächst auf der Gemeinde-Homepage etwas tun, wurde mir zugesagt.

Rechtzeitig zur nächtlichen Ausgangssperre war der öffentliche Teil dann auch beendet.

Ich wünsche Ihnen und Euch allen trotz der derzeit ungewohnten Umstände ein schönes Wochenende, ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

Bitte bleibt gesund und haltet euch an die Vorsichtsmaßnahmen!

Norbert Stoll